Tipps für Reisen mit Hund

Oft sind während den Wochenenden oder der Ferienzeit längere Reisen geplant und viele Menschen nehmen ihren Hund mit in den Urlaub. Prinzipiell eine gute Idee, denn auch Hunde lieben die Abwechslung und haben nichts gegen Wandern in den Bergen oder Badeurlaube an Seen (dort, wo Hunde erlaubt sind) einzuwenden.

Doch nicht nur im Familienurlaub, sondern auch bei Jagdreisen, Einladungen in Nachbarländer oder Hundetrainingstagen ist der Hund Ihr Begleiter.

Denken Sie vorab daran, dass Sie unter Umständen Papiere, Untersuchungen o.ä. für die Einreise benötigen. Ein paar Tage vor dem Urlaub ist es meist zu spät, daher sollten Sie rechtzeitig nachfragen. Auskunft gibt Ihnen z.B. Ihr Tierarzt oder der jeweilig zuständige Amtstierarzt (Magistrat oder Gemeinde) oder auch die Botschaft des entsprechenden Landes.

Auch die Unterkunft muss sorgfältig ausgewählt werden. Nicht in jedem Hotel sind Hunde erlaubt, zum Teil sind beträchtliche Aufpreise zu zahlen und auch auf Campingplätzen oder in kleineren Pensionen kann die Mitnahme von Hunden generell verboten sein. Die spontane Herbergssuche kann sich aus diesen Gründen schwierig gestalten.

Die Wahl des Verkehrsmittels

Wenn daran gedacht wird den Hund mitzunehmen, ist meist das Auto Verkehrsmittel der Wahl. Dies ist sicher die bequemste Art, da individuelles Reisen möglich ist und Pausen je nach den Bedürfnissen des Hundes und der mitreisenden Menschen geplant werden können.

Worauf sollte dennoch geachtet werden?

Der Hund muss während der Fahrt ausreichend gesichert sein. Bei der Reise nach Italien ist dies sogar in den Einreisebestimmungen festgehalten! Je nach Größe des Hundes gibt es verschiedene Möglichkeiten, dies zu gewährleisten. Die (ausreichend große!) Transportbox, die an den Kofferraum des jeweiligen Autotyps angepasst sind, stellt die beste Möglichkeit dar, den Hund zu sichern. Daneben bleibt auch für das mitgeführte Gepäck noch genügend Platz und der Hund ist vor rutschenden Gepäckstücken ausreichend gesichert.

Ein Trennnetz oder -gitter zwischen Kofferraum und Fahrgastraum ist auch eine Möglichkeit, bietet jedoch nicht dieselbe Sicherheit wie beispielsweise die Car SafetyBox! Befindet sich der Hund während der Fahrt auf dem Rücksitz sollte er durch einen (speziellen) Sicherheitsgurt gesichert werden (in Italien Vorschrift).

Was ist noch bei Autoreisen wichtig?

Planen Sie ca. alle 2-3 Stunden Pausen ein, in denen Sie und Ihr Hund sich zumindest die Beine vertreten können. Frisches Wasser sollte immer mitgeführt bzw. kann an jeder Raststätte frisch nachgefüllt werden. Die Mitnahme von einem entsprechenden Trinkgefäß für den Hund ist selbstverständlich. Futter sollte es erst geben, wenn Sie am Ziel eingelangt sind. Auch am Tag vor der Abreise empfiehlt es sich, kleinere Portionen als gewohnt zu füttern und sich dafür Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen. Leine und Beißkorb sollten sich griffbereit im Auto befinden. Plastiksack und Küchenrolle zur Entfernung der Exkremente sollten ebenfalls selbstverständlich sein.

Keinesfalls dürfen die Tiere allein im Auto gelassen werden, da selbst bei geöffnetem Fenster die Temperaturen bei direkter Sonneneinstrahlung im Innenraum sehr rasch ansteigen.

Die Reiseapotheke

Nicht nur für die Fahrt, sondern auch für die Zeit am Urlaubsort sollten Sie eine gut bestückte Reiseapotheke für den Hund mitführen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Tierarzt, welche Medikamente sinnvoll sind. Apropos, die Telefonnummer Ihres Tierarztes sollte jederzeit griffbereit (im Handy einspeichern!) sein. Im Notfall, sowie in Stresssituationen in einem fremden Land haben Sie sicher nicht die Zeit, lange nach der richtigen Nummer zu suchen. Zusätzlich wäre es ratsam, vorab Erkundigungen einzuholen, wo am Urlaubsort sich der nächste Tierarzt befindet.

Was in der Apotheke keinesfalls fehlen sollte:

  • Zeckenzange
  • Fieberthermometer
  • Ohrreiniger und ev. Augensalbe (Tierarzt fragen!)
  • Präparate gegen Durchfall bzw. zur Stabilisierung der Darmflora
  • Ev. Diätfutter (z.B. Magen Darmschonkost), wenn Ihr Hund zur Unverträglichkeit neigt
  • Verbandmaterial
  • Desinfektionsmittel (z.B. Betaisodona Lösung u./od. Spray)
  • Pinzette, um kleine Splitter entfernen zu können
  • Krallenzange
  • Floh – und Zeckenprophylaxe bzw. Entwurmung

Die Behandlung gegen Flöhe, Zecken und Würmer sollte idealerweise rechtzeitig vor dem Urlaub erfolgen.

Achtung: In vielen Ländern gibt es durch Parasiten (Zecken, Flöhe, Mücken) übertragene Krankheiten, die für den Hund sehr gefährlich sein können. Oft ist die Behandlung schwierig und langwierig, sodass einer Vorbeugung immer der Vorzug zu geben ist. Hierbei sei z.B. an die Borreliose und Babesiose (Ungarn) oder die Leishmaniose (Südspanien, Griechenland) gedacht. Gegen die übertragenden Parasiten sind inzwischen wirksame Präparate auf dem Markt. Fragen Sie Ihren Tierarzt, welche speziellen Medikamente geeignet sind. Achtung: In Apotheken oder gar im Handel sind kaum adäquate Mittel erhältlich.

Zum Thema Futter

In den meisten europäischen Ländern sind Futtermittel der gleichen Hersteller wie bei uns erhältlich. Trotzdem empfiehlt es sich, das gewohnte Futter mitzunehmen und wenn unbedingt notwendig (z.B. bei langen Aufenthalten) langsam auf anderes Futter umzustellen. Gerade auf Reisen hat sich Trockenfutter bewährt, da es beim Transport wenig Platz wegnimmt und v.a. in südlichen Ländern bei höheren Temperaturen haltbarer als Dosenfutter ist. Sollten Sie Dosenfutter bevorzugen, vergessen sie nicht einen Dosenöffner mitzunehmen. Benötigt Ihr Hund eine spezielle Diät, sollte diese in ausreichender Menge von zu Hause mitgenommen werden.

Was benötigen Sie und Ihr Hund noch:

  • Futter- und Wasserschüssel
  • Frisches Wasser griffbereit
  • Leine, Halsband, Beißkorb (ev. in manchen Ländern Pflicht)
  • Decke, Handtuch
  • Bürste, Kamm
  • EU – Heimtierausweis
  • Versicherungsnummer (Haftpflicht) bzw. Ihr Ansprechpartner
  • Ev. Abstammungsnachweis
  • Telefonnummer Ihres Tierarztes
  • Reiseapotheke

Die Reise mit der Bahn

Leine und Beißkorb müssen mitgeführt werden. Erkundigen Sie sich vorher über etwaige Zwischenstopps, bei denen Sie mit Ihrem Hund kurz den Zug verlassen können. Im Schlafwagen muss meist das gesamte Abteil reserviert werden.

Ansonsten ist der Zug als Transportmittel gut geeignet. Bedenken Sie, dass andere Fahrgäste nicht gestört werden sollten und man mit einem wohlerzogenen Hund überall Freunde hat!

Mitnahme im Flugzeug

Für die meisten Hunde ist eine Flugreise nicht angenehm. Kleinere Tiere können eventuell in der Flugzeugkabine mitgeführt werden, für große Hunde gilt aber fast immer, dass sie in einer Transportbox getrennt von Ihnen im Frachtraum reisen müssen. Dabei sind also nicht nur die Flugdauer, sondern auch die Zeiten für das Ein- und Ausladen zu rechnen. Erkundigen Sie sich unbedingt rechtzeitig bei den Fluggesellschaften, welche Mitnahmebedingungen in Ihrem speziellen Fall gelten und was die Mitnahme Ihres Tieres kostet. Auch wenn Beruhigungsmittel verabreicht werden können, bedeutet eine Flugreise doch für die meisten Tiere Stress.

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