Erziehungstipps

Für die Hundeerziehung gibt es (leider) kein Patentrezept: Jeder Hund ist ein eigenständiges Individuum.

Ich bin mit Eric H.W. Aldington absolut gleicher Meinung in Bezug auf seine Aussage im Buch „Von der Seele des Hundes“: „Viele Leute glauben, die wichtigste Grundlage der Erziehung sei, dass der Hund in der Furcht vor seinem Herrn lebt. Damit haben sie jedoch das Wesen der „inneren Bindung“ (soziale Zugehörigkeit), die unerlässlich für jede Ausbildung ist, gründlich missverstanden.“

Das Vorhaben, aus Ihrem Hund ein angenehmes Familienmitglied zu formen, gestaltet sich etwas einfacher, wenn sich man ein paar kleine Tipps zu Herzen nimmt:

 

  • Lernen Sie die Hundesprache. Nur so können Sie auf Ihren Vierbeiner eingehen und seine Signale verstehen. Wenn Ihr Hund z.B. überfordert ist, wird er Ihnen das zeigen – da können Sie noch tausend Mal Ihr „Sitz“ rufen.
  • Benutzen Sie immer die gleichen Befehle (alle, die mit dem Hund zusammen arbeiten) – und wiederholen Sie diese nicht dauernd, denn das verwirrt die Hunde nur. Wir haben viele Möglichkeiten, ein und dasselbe zu sagen: „Komm her“, „Hierher“, „Komm hier rüber“, „Komm zu mir“, „Hier“, „Hey, kommst du?“ etc. etc. – aber wir können es unserem treuen Freund auch einfacher machen, indem wir uns auf einen Befehl einigen.
  • Verwenden Sie eindeutige Signale zu den Befehlen. Leider sind es oft die willigsten und cleversten Hunde, die am meisten unter der Inkonsequenz der Beteiligten leiden.
  • Finden Sie heraus, auf welche Motivation (Lob, Spiel, Leckerbissen etc.) Ihr Hund am besten reagiert.
  • Lob ist viel wichtiger und effizienter auf dem Weg zum erzogenen Hund als jedes Pfui und Nein. Wer seinem Vierbeiner die Freude am Lernen vermitteln kann, wird sehr bald unerwünschtes Verhalten durch pures Ignorieren auslöschen können.
  • Haben Sie Geduld. Vor allem Welpen können sich nur wenige Minuten voll konzentrieren. Wenn Ihr Hund Ihren Befehl beim ersten Mal ausgeführt hat, dann loben Sie ihn ausgiebig und hören Sie auf mit dem Training.
  • Training macht den Meister. Kommandos müssen in regelmässigen Abständen trainiert und wieder aufgefrischt werden.

 

Erziehung in Familien mit Kindern (Quelle: D.O.G.S.):

 

  • Trainieren Sie relativ häufig im Beisein der Kinder mit dem Hund etwas Spannendes, die Kinder sollten allerdings mit für sie ebenfalls spannenden, für den Hund aber stinklangweiligen Dingen beschäftigt sein.
  • Binden Sie die Kinder nicht zu stark in die Grunderziehung des Hundes ein, sondern machen Sie ihnen klar, dass das Aufgabe der Erwachsenen ist.
  • Umgekehrt sollten zugleich alle erzieherischen und korrigierenden Massnahmen des Hundes den Kindern gegenüber schon im Ansatz unterbunden werden. Man sollte es nicht zulassen, dass ein Hund die Kinder anspringt, sie rempelt, sie umkreist etc.
  • Dem Hund sollte von Beginn an klar gemacht werden, dass auch die kleinen Kinder der Familie Regeln einhalten müssen. Wie sollte ein Hund die Erwachsenen der Familie ernst nehmen, wenn er täglich erlebt, dass die Kinder das auch nicht tun. Übung: Die Kinder dürfen mit dem Hund umhertollen. Plötzlich gibt der Vater oder die Mutter einen ruhigen „Schluss-Befehl“. Wenn die Kinder das Spiel vorher erklärt bekommen, dann daraufhin abrupt und sofort stehen bleiben und ihr Verhalten stoppen, werden sie von Mama oder Papa sehr demonstrativ gelobt und belohnt (Gummibärchen, Streicheln etc.). Stoppt der Hund sein Verhalten auch, erlebt er das Gleiche: Futterbelohnung und Aufmerksamkeit. Macht er allerdings weiter, wird er ignoriert. Auf diese Weise macht er die Erfahrung, dass es wirklich mehr Sinn macht, sich mit dem zu beschäftigen, was die Eltern sagen. Wichtig: Er lernt, dass die Eltern die Familie im Griff haben.

 

Print Friendly